Meine Geschichte

Als Kind lernte ich auf allen möglichen, meist miserabel ausgebildeten Pferden verschiedenster Reitweisen “Feld-Wald- und Wiesenreiten“.

Ich war total auf Reiten aus und ritt alles, was mir so über den Weg lief, ohne jegliche Angst.

Das einzige brave Pferd, dass ich in meiner Jugend kennenlernen durfte, war ein alter, western gerittener Araber. Ich ritt ihn regelmässig mit meinem Nachbarn, seinem Besitzer, im Gelände.

Nachdem mit knapp dreissig Jahren meine vier Kinder schon genügend alt waren, und ich als Musiklehrerin schon einige Erfahrungen gesammelt hatte, starteten wir als Familie erneut mit dem Reiten. Wir nahmen Reitunterricht in einem Westernreitstall und wunderten uns nicht, dass viele Pferde total gefährlich und verrückt waren, denn ich kannte es ja kaum anders aus meiner Jugend. Per Zufall hatte ich das Glück, dass mir eine sehr schwer traumatisierte Quarterhorsestute anvertraut wurde, und somit lernte ich die Arbeit mit Horsemanship kennen. Begeistert stellte ich fest, dass man damit richtig gute Resultate erzielen kann.

Wir kauften bald darauf Shetties und eine Kleinpferdestute für unsere Familie. Die Stute war ebenfalls mehr oder minder traumatisiert und ein fürchterlicher Kleber.

Eine Odyssee bei verschiedenen Trainern begann, und niemand konnte mir sagen, warum “Barbie“ manchmal brav, ein anderes Mal jedoch vollkommen verrückt war. Als ich endlich verstand, dass sie klebte, konnte mir niemand wirklich zeigen, wie man dies angeht. Ich nahm Reit- und Bodenarbeitsstunden bei allen möglichen Trainern, bekam tausend Tipps, die mich durchaus weiter brachten, niemand war jedoch bereit, mich bei meinem konkreten Problem zu unterstützen.

Was nützte es mir, dass Barbie mir im Roundpen nachlief, Seitengänge beherrschte, sich zunehmend in der Hinterhand setzte, wenn sie auf Ausritten senkrecht in die Luft ging, sobald man etwas hinter der Gruppe oder einfach nur nach Hause Reiten wollte?

Zum Glück gelang es mir irgendwann, das Problem selber zu lösen und Barbie bis zu einem gewissen Grad zu korrigieren, sodass sie später ungefährlich war und ein wirklich braves Reitschulpferd in meiner 2013 im Schwarzwald gegründeten Reitschule wurde.

Auf der Odyssee, die ich mit ihr hatte, machte ich so viele Kurse und Ausbildungen, dass ich heute nur dankbar und froh sein kann, dass wir damals ein wirklich schwieriges Pferd gekauft hatten.

Im Schwarzwald hatte ich das Glück, weit über 50 Pferde auszubilden. Von der Jungpferdearbeit bis hin zu Lektionen aus der höheren Dressur, mit verschiedensten Rassen, viel im Gelände arbeitend, konnte ich extrem viele Erfahrungen sammeln.

Heute kann ich sagen, dass ich von wunderbaren Reitlehrern und Büchern, viel mehr aber noch von meinen Berittpferden gelernt habe.

Als ehemalige Lehrerin und Mutter weiss ich, wie man Menschen unterrichtet und aus meinen eigenen Erfahrungen ist mir klar geworden:

„Nimm Deine Schüler ernst und hilf ihnen dort, wo sie ein konkretes Problem und ihre ganz persönlichen Fragen haben.“